Schlagwort-Archive: Erfolgschancen MPU

Das psychologische Untersuchungsgespräch

Die medizinisch-psychologische Untersuchung umfasst drei Teile, der psychophysiologische Leistungstest, das psychologische Untersuchungsgespräch sowie den medizinischen Teil. Von den insgesamt drei bis vier Stunden der MPU nimmt das psychologische Untersuchungsgespräch für gewöhnlich etwa eine Stunde ein.

Das Gespräch wird gemeinsam mit einem Verkehrspsychologen geführt und thematisiert hauptsächlich die selbstkritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Alkohol- beziehungsweise Drogenkonsum.

Im Rahmen der MPU wird geprüft, inwieweit sich der eigene Alkoholkonsum verändert hat. Dabei wird ebenfalls beleuchtet, ob zum Zeitpunkt der Trunkenheitsfahrten eine Alkoholabhängigkeit bzw. eine Gefährdung zur Abhängigkeit vorlag. Im psychologischen Untersuchungsgespräch wird außerdem erörtert, unter welchen Umständen die Trunkenheitsfahrten stattgefunden haben, welchen Anlass es gab, sich trotz Alkoholkonsums hinter das Steuer zu setzen und mit wieviel Promille diese Fahrten absolviert wurden. Zudem wird genauer hinterfragt, wie alltäglich der Alkoholkonsum war und in welchen Mengen dieser stattgefunden hat. Hierbei wird deutlich differenziert, ob es sich um eine einmalige Trunkenheitsfahrt handelt oder ob jahrelanger Alkoholmissbrauch vorliegt. Es wird erwartet, dass klare Antworten gegeben werden können zu Promilleberechnungen, Alkoholabbaumengen und Grenzwerten, ab wann das Fahrzeug stehen bleiben muss.
Nachdem dieser Teil abgeschlossen wurde, ist für den Gutachter während der MPU wichtig, dass sich eine stabile Verhaltensänderung abzeichnet, welche im Folgenden gemeinsam mit dem Betroffenen erörtert wird. Dabei achtet der Verkehrspsychologe vor allem darauf, wie sich der eigene Bezug und Umgang mit dem Thema Alkohol geändert hat und ob das auch im alltäglichen Leben ersichtlich wird.
Während der MPU versucht der Gutachter mit all diesen Fragen einzuschätzen, wie hoch das Rückfallrisiko ist. Deswegen wird häufig gefragt, wie der Betroffene sicherstellen möchte, dass es nicht wieder zu einer Trunkenheitsfahrt kommt. Unterstützend können dabei Familie, Selbsthilfegruppen und sonstige Institutionen wirken. Bei Alkoholmissbrauch bzw. -abhängigkeit ist eine Therapie vor der MPU empfehlenswert.
Zu bemerken ist außerdem, dass der Gesamteindruck überzeugend sein muss – gezielte, auswendig gelernte Antworten werden den Psychologen nicht automatisch davon überzeugen, ein positives Gutachten zu schreiben.

Eine Auswahl an Psychologen und Heilpraktikern für Psychotherapie, die Sie (sogar online!) auf die MPU vorbereiten können, finden Sie bei www.mentavio.com. 

 

MPU-Statistik 2016: Anstieg von Untersuchungen wegen Fahrten unter Drogeneinfluss

Jahr für Jahr veröffentlicht die Bundesanstalt für Straßenwesen ihre MPU-Jahresstatistik. Jetzt ist die MPU-Statistik 2016 erschienen, die sich mit der Auswertung aller in 2015 durchgeführten Medizinisch-Psychologigischen Untersuchungen befasst. Während der Anzahl der Begutachtungen insgesamt leicht rückgängig ist, wird die teure und aufwendige Untersuchung in zunehmendem Maße wegen Fahrens unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss angeordnet. Eine Zusammenfassung.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen hat kürzlich die MPU-Jahresstatistik für das Jahr 2016 publiziert, die alle statistisch relevanten Daten zur MPU für das Jahr 2015 auswertet. Danach wurde in 2015 in insgesamt ca. 91.300 Fällen eine MPU angeordnet, weil Kraftfahrer ein Fahrzeug unter dem Einfluss von Alkohol, Medikamenten oder illegalen Drogen steuerten oder die maximal zulässige Anzahl an Punkten in der Flensburger Verkehrssünderdatei überschritten hatten. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung, dass die MPU praktisch nicht zu schaffen sei, bestanden 58,9% aller begutachteten Kraftfahrer den “Idiotentest” bereits im ersten Anlauf – 2012 waren es nur 55,8%.

In 27.200 Fällen mussten sich Kraftfahrer erstmals einer MPU unterziehen, weil bei Ihnen ein Blutalkoholwert von 1,6 Promille gemessen wurde. Alkohol stellte damit erneut den wichtigsten Anlass zur Anordnung einer MPU durch die Fahrerlaubnisbehörden dar, auch wenn die Zahl der aktenkundigen Alkoholfahrten insgesamt zurückging. Eine starke Zunahme verzeichneten hingegen die Begutachtungen von Kraftfahrern, denen der Konsum von Drogen oder Medikamenten vor oder während der Fahrt nachgewiesen werden konnte. So mussten sich rund 17.500 Kraftfahrer einer so genannten Drogen-MPU unterziehen, 15 Prozent mehr als 2012. Ein wichtiger Grund für diesen Trend dürfte vor allem darin bestehen, dass die Polizei in den vergangenen Jahren vermehrt mit Drogentests bei Fahrzeugkontrollen arbeitet. Außerdem wurden Polizeibeamte in Deutschland in den vergangenen Jahren intensiv geschult, um den Drogenkonsum eines Auto- oder Motorradfahrers zu erkennen und den betroffenen Kraftfahrer gegebenenfalls aus dem Verkehr zu ziehen.

Einen Rückgang um 5 Prozent ggü. 2012 verzeichnete die Anzahl der MPU-Anordnungen wegen Raserei oder anderer ordnungswidriger Verkehrsdelikte im Straßenverkehr. Die Anzahl der wegen Straftaten im Straßenverkehr zugestellten MPU-Vorladungen sank sogar um ganze 16 Prozent.

Was die Chancen auf ein positives Gutachten anbelangt, so scheint das Bestehen oder Nichtbestehen einer MPU in entscheidendem Maße von der Art des Vergehens abzuhängen. Die schlechtesten Karten bei einer MPU hatten in 2015 erneut die Alkoholsünder. So meisterten nur 55 Prozent aller erstmals auffälligen Trunkenheitsfahrer die MPU im ersten Anlauf. Trunkenheitsfahrer, die bereits zum zweiten oder dritten Mal eine MPU absolvieren mussten, erhielten hingegen nur in 48 Prozente aller Fälle ein positives Fahreignungsgutachten. Wer wegen Punkten oder anderen Straftaten zur MPU musste, schaffte die MPU hingegen in 62 Prozent aller Fälle. Die besten Bestehenschancen hatten jedoch diejenigen Kraftfahrer, die sich aufgrund von Drogen- oder Medikamentenmissbrauchs einer MPU unterziehen mussten. Sie bestanden die MPU in rund 65% aller Fälle im ersten Anlauf. Diese vergleichsweise hohen Erfolgsaussichten dürften vor allem darauf zurückzuführen sein, dass bei Drogenkonsumenten oftmals schon der einmalige Konsum oder bloße Besitz von Betäubungsmitteln für die Anordnung einer MPU ausreicht, während Trunkenheitsfahrer meist erst bei einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von 1,6 Promille zur MPU müssen. Wer diesen Wert an einem Abend erreicht und danach noch selbst zu seinem Fahrzeug laufen kann, verfügt in der Regel über eine nachweisliche Trinkfestigkeit, sodass jeder Gutachter erst einmal von einem manifesten Alkoholproblem des begutachteten Klienten ausgehen müssen. Dennoch sollten sich Trunkenheitsfahrer, die sich einer MPU unterziehen müssen, von den oben genannten Zahlen nicht verängstigen lassen. Die Statistik gibt nämlich keine Antwort auf die Frage, wie viele der untersuchten MPU-Prüflinge im Vorfeld der MPU eine professionelle MPU-Vorbereitung bei einem Verkehrspsychologen in Anspruch genommen haben. Mit einer solchen MPU-Vorbereitung, die man bei Internetportalen wie mentavio.com mittlerweile auch vollständig online durchführen kann, lassen sich die Aussichten auf ein erfolgreiches Gutachten bei einer MPU nämlich signifikant erhöhen. So weisen viele professionelle Verkehrstherapeuten darauf hin, dass ihre Klienten – ganz unabhängig von der Art des Vergehens bzw. Untersuchungsanlasses – die MPU in mehr als 90 Prozent aller Fälle im ersten Anlauf bestehen. Eine solche Vorbereitung ist teuer, im Vergleich zu einem möglichen Scheitern bei einer MPU aber sicherlich die angenehmere Alternative.